Besuch bei den Langerhorsts
4730 Waizenkirchen an der Donau, Gugerling 5
Mittwoch, 14. Mai 2014

© Regina F. Rau




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Besuch bei den Langerhorsts
4730 Waizenkirchen an der Donau, Gugerling 5

Mittwoch, 14. Mai 2014

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Mein Eindruck vom Leben der Famile war nachhaltig. Überall tun sich Menschen zusammen, die völlig im Einklang mit der Natur leben wollen - und dies auch umsetzen. Hier bei den Langerhorst's kannst du ein paar Tage "zurück zu den Wurzeln" der Natur und deines Inneren erleben.

Ganz wie im Film von atv.at zu sehen:
Folge 6 - vom Dienstag, den 29.04.2014 um 21:20 Uhr
Folge 7 - vom Mittwoch, den 07.05.2014 um 21:50 Uhr
"Tausche Familie" http://atv.at/contentset/4357358/4447110/0/1. --> Im Suchfenster Langerhorst eingeben!

Luxus gibt es hier in Form von Natur pur. Das Wasser wird nur auf dem Herd in der Küche geheizt. Und nur in der Küchenstube knistert abends das Feuer. Hier treffen sich alle und sitzen morgens oder nach getaner Arbeit gemütlich beisammen. Ansonsten sind die Räume unbeheizt. Das tolle Mosaik der Toilette - nebst Kinder-Klo in luxuriöser Plumpsklo-Ausführung hat mich ebenfalls sehr beeindruckt. Es riecht im Gegensatz dazu, wie man es von den früheren Herzchen-Hütten oder auch von den Alm-WC's her kennt, wirklich angenehm.

Die Familie Langerhorst - Jakobus und Margarete - betreibt zusammen mit ihren Kindern seit -- Jahren, natürlichen biologischen Gartenbau mit Mischkultur, Gemüse, Obst und Beeren. Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe halten Nutztiere oder düngen zumindest ihre Felder mit Gülle oder Stallmist. Die wenigsten Produkte sind also auch durchweg vegan produziert. Das ist bei der Familie Langerhorst anders. Sie empfinden ihre Arbeit als Werk für Gott und die Menschen, das heißt für die Schöpfung insgesamt.

Mit ihrer Bio-veganen Landwirtschaft vermeiden sie aus einer ethischen Überzeugung heraus jegliche Zufuhr tierischer Bestandteile in den Betriebsablauf. Sie arbeiten dagegen mit Gründüngung, Fruchtfolgen, Mulchen und Steinmehl. Die Erzeugnisse - Obst, viele verschiedene Gemüse- und Salatsorten - können auf Bestellung versendet werden - oder werden auch ab Hof verkauft.

es gibt noch Restexemplare bei Familie Langerhorst, die im Handel nicht mehr erhältlich sind!
Bestellung per Telefon bei Familie Langerhorst
0043/ 676 460 4127
Das Buch wird dir dann per Post zugeschickt.
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Seit 40 Jahren lebten sie vegan und im Hauptanteil rohköstlich. Sie unterhielten gemeinsam den Hof und ihre vegane Landwirtschaft. Seit Oktober 2013 ist Margarete auf sich allein gestellt, da ihr Mann nach kurzer Krankheit verstarb. Sie ist Autorin des Buches "Meine Mischkulturenpraxis" aus dem OLV (Verlag)

Bei den Langerhorst's kannst du dich in Bezug auf Gemüseanbau weiterbilden. Sie geben regelmäßig Führungen - auch auf Anfrage zu den Themen: „Gemüseanbau für den Hausgebrauch und auf größeren Fläche; ergänzende Pflanzgemeinschaften; Anbau; Pflege; Düngung aus der Pflanzenwelt, welche für Obst und Gemüse am verträglichsten ist." Das ist die fundierte Grundlage für die Gesundheit des Bodens, der Tiere und des Menschens.


Eine vegane Familie - vegetarismus.ch

Margarethe Langerhorst berichtet über ihr Leben:

Immer wieder hört man, das eine vegane Ernährung von Geburt an nicht möglich sein soll. Folgender Artikel einer Veganmutter mit fünf Kindern zeigt, dass die rein theoretischen Überlegungen von den Gegnern der veganen Lebensweise der Realität widersprechen. Es gibt sogar immer mehr Hinweise darauf, dass die Geburt bei Veganmüttern deutlich problemloser verläuft als bei anderen Müttern und dass die Kinder widerstandsfähiger gegen bestimmte Krankheiten (z.B. Infektionen) sind. (Red.)

Seit 1969 lebten wir lacto-vegetarisch. 1972 kam unser erstes Kind zur Welt. Damals hielten wir noch Milchschafe, denen wir Milch entnahmen, obwohl sie Junge hatten. Dann sah ich plötzlich aus einer inneren Erkenntnis heraus den Zusammenhang der Natur zwischen meinem Stillen unserer ersten Tochter und dem «Stillen» des Mutterschafes. Von diesem Augenblick an konnte ich keine Milchprodukte mehr verwenden, so gut sie mir bis dahin auch geschmeckt hatten.
In mir wuchs die Überzeugung, dass Gottes Schöpfung nicht so unvollkommen sein könne, dass es für Menschen notwendig ist, tierische Produkte zu essen, um leben zu können. Was nie völlig leidensfrei möglich ist.

Wir haben fünf Kinder, die älteste Tochter (Elisabeth) ist bereits verheiratet und hat zwei Kinder, die sie wieder fast ausschliesslich vegan ernährt. Ihre Geburten erstaunten die Hebamme jedesmal, da alles so leicht und problemlos ging. Dies ist sehr erfreulich für eine Vegetariermutter, die nur selten auf Reisen oder in Schulen zum Lacto-Vegetarismus wechseln musste, sonst vegan aufgewachsen ist und nur als einjähriges Kind, wenige Monate lang Schafmilch bekam.
Die folgenden vier Kinder kamen alle in Hausgeburten zur Welt. Alle Geburten waren problemlos, nur mit einer Hebamme und ohne Arzt durchgeführt.

Alle Kinder leben mit uns vegan. Wir sprechen viel mit den Kindern. Sie haben die Möglichkeit, auf Reisen, Ausflügen, in der Schule usw. auch manchmal anderes Essen zu probieren.
Fleisch mögen sie alle nicht, ohne dass wir ihnen das Fleischessen irgendwie verbieten mussten. Wenn wir als Familie verreisten, sorgten mein Mann Jakobus und ich immer selbst für die vegane Verköstigung.

Milchprodukte bekamen unsere Kinder nicht, solange sie im Kindesalter waren. In der Jugendzeit auf Reisen oder Ausflügen mit Gruppen war es meist nicht anders möglich, als dass sie auch etwas Milchprodukte nahmen. Aber es bestand nie die Meinung, dass diese nötig wären und solche Ereignisse sind ja selten.

Unser zweites Kind Michael besucht die Handelsakademie von zu Hause aus. Er schätzt es, dass er immer noch daheim sein kann und Essen und Wohnen hier hat. Er sieht sehr deutlich die Vorteile unserer Ernährung für seine Gesundheit und bleibt der Linie treu. Auch wenn er ausser Haus gelegentliche Kompromisse schliessen muss, ist es nie, weil er denkt, dass das Veganessen unzureichend wäre. Und das ist es, worauf es ankommt.

Wenn nötig, müssen Kinder auch Zigaretten und Alkohol ausprobieren können, ohne sich deswegen vor den Reaktionen der Eltern fürchten zu müssen. Freiwillig die Dinge lassen zu können, wenn sie nicht von vornherein uninteressant sind, ist eine eigene Entscheidung, die mit guten und aufklärenden Gesprächen von Seiten der Eltern begleitet werden soll. Jugendliche müssen aber immer selbst entscheiden, was ihnen im Leben wichtig ist. So erlangte Entscheidungen haben einen bleibenden Wert und geben Selbstvertrauen und Sicherheit.

Unser drittes Kind Emanuel ist derzeit in einem Internat, 5 Tage in der Woche, in einer Biolandbauschule. Vor dem Eintritt in die Schule klärte ich mit dem Direktor ab, ob er vegetarisches Essen bekommen könne. Dies wurde mir zugesichert. Von 200 Schülern sind zwei Vegetarier und erhalten vegetarische Verköstigung. So kann er die Biolandbauschule besuchen und alle Zusammenhänge der Tierzucht kennenlernen und dann selbst entscheiden, ob er weiter vegan oder lacto-vegetarisch leben will. Wobei es jetzt schon deutlich ist, dass ihm das vegane Leben näher liegt und Milchprodukte keinen besonderen Reiz mehr auf ihn ausüben. Er weiss, dass er (oder sonst jemand für ihn) Tiere halten müsste, um an Milch zu kommen, und das will er jetzt nicht mehr.

Unser viertes Kind Raphael ist 13 Jahre alt. Er ist der geborene Früchteesser. So ist es für Raphael völlig indiskutabel, dass vegetarisch (bzw. vegan) leben falsch sein könnte. Es ist ganz selbstverständlich für ihn. Das führt nun sogar soweit, dass er im Kochunterricht, der in seiner Schule ein Pflichtfach auch für die Knaben ist, sein eigenes veganes Essen kocht. Er kann alles von daheim mitnehmen und gibt die eigene Rezeptaufstellung am Vortag ab. Die Kochlehrerin weiss nun, dass es ihm ernst ist. Unsere nun siebenjährige Tochter Bernadette Helene nimmt sich an allen ihren Geschwistern ein gutes Beispiel. Es ist für mich erstaunlich, wie sie alles bewusst erlebt und entscheidet. Sogar ihre gelegentlichen Launen sind für sie sehr real. Sie ist sehr darum bemüht, diese positiv zu bewältigen und das mit sieben Jahren. Sie ist fleissig und tüchtig in all ihrem Streben und macht sich heute schon realistische Pläne für ihr eigenes Erwachsenenleben, wohl angeregt durch ihre so geliebte grosse Schwester Elisabeth, der sie in vielen Dingen sehr ähnlich ist. Unsere Lebensweise ist auch für sie kein Problem. Bei Schulveranstaltungen mit Würsten, nimmt sie Sojawürstchen mit, die in unserem Speiseplan Seltenheitswert haben. Die Köchin macht sie dann anstandslos für sie warm.
Wenn ich sage, dass die Kinder sich in Freiheit entwickeln, so heisst das nicht, dass sie alles tun und lassen können, was ihnen gerade so einfällt. Wir haben unser Lebenskonzept mit einem bestimmten Rahmen. Ein Rahmen ist für alles Leben in der Schöpfung notwendig. Innerhalb unseres Rahmens mit veganer Lebensweise entwickeln wir uns alle sehr gut.
Die beste Ausrüstung für das Leben ist eine gut begleitete und mit offenen Gesprächen, über alle auftauchenden Lebensfragen, verbrachte Kindheit und Jugendzeit.

Margarete Langerhorst
Nachtrag zur "veganen" Geburt:

Auch Hebammen wie z.B. Ottilia Grubenmann bestätigen den Einfluss der Ernährung auf den Geburtsverlauf:
«Damit eine gute Geburt ohne Komplikationen möglich wird, sollte vor allem während der Schwangerschaft auf das Essen geachtet werden, d. h. wenig oder gar kein Fleisch, dafür um so mehr Früchte, Gemüse, Salate sowie Vollkornprodukte (Vollkornbrot) und Vollwertkost.
Auch sollte eine salzarme Ernährung eingehalten und vor allem auf Schweinefleisch und Würste verzichtet werden. Bei Einhaltung dieser Regeln habe ich festgestellt, dass die Geburt rascher und besser verläuft.»

Sie hat über 50 Jahre Berufserfahrung mit über 3000 begleiteten Geburten. Siehe auch ihr Buch: 200 Praxisfälle Band I, Alpstein-Verlag, Weissbad, 2. Auflage 1993 Seite 609

Margarete Langerhorst
Telefon: +43-676-4604127
Website: http://www.gugerling.at

 

Raphael Langerhorst
IT-Techniker, Chef der Firma gracetech.at
Koordination, Geschäftsführer

 

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Waizenkirchen - Gugerling 5
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Fotos: Regina Rau
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tolle Idee: wozu gibt es freie Flächen?
... na für liebe Nachrichten :-)
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Besuch von Josef Starlinger und Regina Rau bei den Langerhorsts
Fotos: Familie Langerhorst bis 2013
 
 
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Langerhorst Familie 2003   Langerhorst Jakobus + Margarethe 2013   Langerhorst Jakobus
   
Jakobus ging im Okt. 2013 nach kurzer Krankheit von dieser Welt
   
... die Liebe lebt weiter ...
   
Das Tischgebet und der Segen vor dem Essen sind so wichtig ...
... auf dem Foto in der Mitte die Vielfalt der Möglichkeiten für die Frischkost im Winter
   
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Fotos: Regina Rau
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Fotos: Michael Hartl
   
Die Beete sind in Büsche und Bäume eingebettet
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Mischkultur mit schön
gemulchtem Boden
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Jakobus Langerhorst baut mit
uns einen Komposthaufen


Bericht von Michael Hartl
auf experimentselbstversorgung.net und auf facebook

Wer mit uns auch auf Facebook vernetzt ist, konnte es Anfang letzter Woche lesen: wir sind spontan zur Familie Langerhorst nach Oberösterreich gefahren. Der Hintergrund ist recht einfach: Margarete und Jakobus Langerhorst betreiben seit bald 40 Jahren einen biologischen Gärtner_innenhof. Im Jahr 1973 schon sehr fortschrittlich sind sie also Pioniere des biologischen Landbaus. Aber darüber hinaus entwickelten die beiden zwei sehr interessante Verfahren, um ohne tierische Produkte wie Dung, Horn- oder Blutmehl auszukommen. Ein veganer Gemüseanbau sozusagen – ganz der Lebenseinstellung der beiden entsprechend.

Mit diesem Vorwissen – und sehr lange zurückliegenden Eindrücken von dort – sind wir also aufgebrochen. In aller Früh, mit Bus und Bahn. Die letzten fünf Kilometer sind wir dann zu Fuß gewandert, um die schöne Gegend dort ein wenig zu genießen. Als wir uns dann dem 3,4 Hektar großen Grundstück näherten, sah es aus, als wäre das ganze Grundstück ein Wald. Von außen sind Hecken und Bäume zu sehen – das wars. Durchs hölzerne Gartentor gelangten wir auf einen Trampelpfad, dem wir durch das Wäldchen folgten. Vorbei an einem Holzstapel für den Winter, Komposthaufen und ersten Obst- und Nussbäumen. Nach 200 Metern kamen wir am Haus an – und wurden sofort lieb begrüßt.

Margaretes Mischkultur

In den folgenden sechs Tagen haben wir dort vieles gelernt und unsere Erfahrungen und Versuche mit der Mischkultur abgleichen können. Zu unserer Freude haben wir so vieles gar nicht verkehrt gemacht. Durch Margarete haben wir aber noch einiges an Verständnis gewinnen können, was ihr Mischkultur-System angeht. Sie hat nämlich im Lauf der Jahre die Mischkultur nach Gertrud Franck weiterentwickelt. Um nämlich jederzeit, also auch bei durchnässtem Boden die Beete betreten zu können, wurden in das Konzept Wege mit aufgenommen. Diese werden mit Weißklee bepflanzt und wandern (wie das bei der Mischkultur so üblich ist) Jahr für Jahr weiter. Das hat drei Effekte: Die Wege können betreten werden ohne den Boden zu verdichten, da er vom Klee durchwurzelt ist. Der Klee als Schmetterlingsblütler (Leguminose) versorgt den Boden mit Stickstoff. Und Klee ist ein wunderbarer Mulch und kann mehrmals pro Jahr direkt vom Weg abgerupft werden und direkt links und rechts vom Weg gemulcht werden.

Margarete Langerhorst hat über diese ihre Methode auch ein Buch geschrieben, welches wir hier auf dem Blog vorgestellt haben: Meine Mischkulturenpraxis

Jakobus Pflanzenkompost

Die zweite oben erwähnte “Entwicklung” der Langerhorsts stammt eher von Jakobus. Er baut bis heute große Komposthaufen aus dünnen Ästen, Heckenschnitt, vielen Brennnesseln, Gras und Erde. Diese verrotten innerhalb von einigen Jahren zu feinstem Kompost, der nicht nur Dung und andere tierischen Dünger überflüssig macht, sondern auch als Ansaaterde verwendet werden kann. Zweiteres war auch die Hauptmotivation für Jakobus, da gekaufte Ansaaterde (fast) immer Torf enthält, also den Stoff, für dessen Gewinnung die Moore zerstört werden. Einen solchen Komposthaufen haben wir mit ihm angelegt. Und dabei nicht nur zahlreiches Holz transportiert und gehackt, schubkarrenweise Brennnesseln und Gras herangekarrt und dann nach einem genauen System Schicht für Schicht aufgebaut, sondern auch eine Menge gelernt. Über Kompost und die Kreisläufe der Natur.

Maschinenfreie Permakultur

Insgesamt entspricht der gesamte Gemüse- und Obstanbau sehr stark dem Bild, das wir von guter Landwirtschaft haben. Biologisch, frei von Tiernutzung, Mischkultur auf überschaubar großen Beeten, die umrandet sind von Büschen und Bäumen. Hier wurde also schon eine Art von Permakultur betrieben, bevor dieser Name erfunden wurde – nur ohne Maschinen, die das 1978 entwickelte Konzept von Dr. Bill Mollison und David Holmgren leider einschließt.

Wir können nur allen Interessierten an einer wirklich ökologischen und naturverbundenen Form der Landwirtschaft empfehlen, sich diesen Vorzeigebetrieb selbst anzusehen. Und im Idealfall ein paar Tage dort zu bleiben (wwoofen), mitzuarbeiten und diese wundervolle Familie auch auf einer menschlichen und persönlichen Ebene kennenzulernen.

         
         
Fotos: Regina Rau
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